Folgende Zeilen mit freundlicher Genehmigung von Heike Pauline Grauf:
Zwei unbeantwortete Briefe an Bündnis 90 / DIE GRÜNEN
Vorbemerkung:
Die beiden Briefe von Februar und April 2009 an Bündnis 90 / Die Grünen zum Thema Tierrechte / Inkenntnissetzung von VolksvertreterInnen mit Wählerwillen wurden per E-Mail versandt. Zum Vergleich: Der IFAW benötigte am 11.03.2009 für die Beantwortung eines geharnischten Schreibens in vollendeter Deeskalationsstrategie ganze 58 Minuten.
Die Fellbeißer Tierschutznachrichten benötigten, ebenfalls am 11. März, für die Beantwortung einer Anfrage mit Zwischenschaltung von Drittpersonen,11 Stunden und 42 Minuten.
Fazit: Bündnis 90/DIE GRÜNEN haben offensichtlich Personalmangel oder kein Interesse an bestimmten Wählern und/ oder bestimmten Themen. Wie ich aus internen Kreisen erfahren habe, soll auch die große Tierschützerin und Ex-Landtagsabgeordnete Barbara Rütting innerhalb ihrer Partei eine zwar in gewisser Weise hofierte Einzelkämpferin gewesen sein, jedoch keine wirkliche Unterstützung erfahren haben.
Was tun! spricht Beuys.
Auf jeden Fall müssen wir den GRÜNEN unmißverständlich ins offensichtlich getrübte Bewußtsein rufen, daß sie als PolitikerInnen Vorbildfunktion besitzen. Sie können unmöglich weiter Wasser predigen und munter Wein saufen!
Heike Pauline Grauf
Aktueller Brief (in dem auch ein Linkspartei-Vertreter vorkommt):
Betreff: Ungläubige Karfreitags-Enzyklika an Bündnis 90 / Die GRÜNEN: Ceterum censeo CarthagiZEMM…
Zur Weiterleitung an die grüne Bundestagsfraktion!
Karfreitag 2009
„Ein Theaterstück, selbst ein zorniges, ist unter anderem immer auch ein Liebesbrief, gerichtet an die Welt, von der sehnsüchtg eine liebevolle Antwort erhofft wird.“ (Henry Miller)
Sehr geehrte GRÜNE in Stadt und Land,
am 8. Februar dieses Jahres habe ich mit 10 weiteren UnterstützerInnen einen Brief via E-Mail (Papierersparnis!) an die Stadtratsfraktion, die Landtagsfraktion sowie ausgewählte VertreterInnen der Bundestagsfraktion gesendet, der einige fundamentale Bitten und Forderungen an die GRÜNEN enthielt – und enthält. (Siehe Dateianhang.) Ich kann und will es nicht glauben, aber dieser Brief ist tatsächlich bislang OHNE ANTWORT geblieben.
Beim Politischen Aschermittwoch der Grünen am 25. Februar 2009 bin ich kurzentschlossen und spontan hereingeschneit, um auf diesem Wege vielleicht zu erfahren, warum denn um alles in der Welt die GRÜNEN am 17. Februar 2009 nicht mit wenigstens e i n i g e n VertreterInnen bei der Mahnwache gegen Tierversuche vor dem Justizzentrum erschienen waren (wie Stadtrat Michael Gerr erwirken wollte) und warum sie sich nicht VOR der Mahnwache (allerdings auch nicht danach) zur Solidarisierung von Barbara Rütting bzw. zu o.g. Schreiben in irgendeiner Weise geäußert hatten.
Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich bei Susanne Eisele bedanken, die als EINZIGE den letzten Fetzen Ehre der Partei gerettet hat, indem sie rührend und rührig darum bemüht war, mit Patrick Friedl, Matthias Pilz oder anderen anwesenden Grünen Gesprächsbereitschaft herzustellen.
Die „Angebaggerten“ allerdings zogen sich elegant aus der Affäre, und wenn ich nicht hartnäckig wie eine Filzlaus (in Anlehnung an Sokrates, die Schmeißfliege) bis zum bitteren Ende auf dem beschämenden Parkett herumgeturnt wäre, dann hätte ich mir jedwede Antwort nicht nur ans Unterbein, sondern auch noch an den Oberschenkel schmieren können.
Das, was ich dann jedoch in den letzten Zügen zu hören bekam, fällt in die Kategorie des Witzes über den Tauben, der das Angebot der Fee, sein Hörvermögen wieder herzustellen, nach einer Woche Probehören kategorisch ausschlägt, da all das, was er in diesen Tagen gehört habe, so schlimm und des Hörens nicht wert gewesen sei, daß er gerne darauf verzichten könne.
So mußte ich mir zum Beispiel gleich zu Anfang des bösen Endes durch den sensiblen Gehörgang, und zwar unter großen Wehen, pressen, daß der Herr Fraktionsvorsitzende, Matthias Pilz, sich zu einem bestialischen „Herrn der Fliegen“ aufmantelte wie ein imperialistischer Vampir und sich auf kungelige Weise dessen rühmte – „da sind wir uns doch einig!?“ –, jede Fliege an der Wand zu töten, die ihn störe. Nein, bevor ich es vergesse, zuvor hatte er sich noch dröhnend als Fleischesser (vermutlich ALDI – ne NORMA Grombühl!) geoutet, und nachdem ich ihm und Herrn Gerr erst einmal die parteieigene, im Raum herumliegende Broschüre sprichwörtlich um die Ohren hauen mußte, in welcher das Lob über den Vegetarismus ausgegossen wird, war ich schon drauf und dran, wie eine Taube auf der Flucht vorm Turmfalken zum Dach des Falkenhauses hinauszuschießen, um auf der Marienkapelle zur Ohrempfängnis notzulanden.
Aber leider blieb ich nicht davon verschont, daß Herr Fliegen-Pilz, obwohl Herr Gerr in unserem langen langen Telefonat förmlich Stein und Bein geschworen hatte, die GRÜNEN seien GEGEN Tierversuche, mir nun die offizielle Beichte ablegte, er sei, zugunsten armer Bangladeshi, dann doch lieber FÜR Tierversuche. Um des hochheiligen Menschenwohles willen müsse man in diesen sauren Apfel denn leider doch beißen. Ja, Ihr Grünen, wißt Ihr eigentlich noch oder schon, was Ihr wollt, und redet Ihr auch ab und zu mal drüber?! Daß der saure Apfel in Wahrheit ein fettes Steak ist, und der arme Bangladeshi mit oder ohne Tierversuche in die Pfanne gehauen und bei uns als armer Ritter auf dem Tisch der übersättigten Reichen in der Mülltonne bei Mc Donalds und Konsorten abserviert wird, hat Herr Pilz übrigens geflissentlich verschwiegen. Dafür hat er auf die Anregung, die Grünen möchten sich doch wegen einer Grundsatzerklärung der Gewerkschaft ver.di GEGEN Tierversuche mit dem Grünen(!) Frank Bsirkse ins Benehmen setzen, geantwortet, er als Vertreter der grünen Stadtratsfraktion habe doch nichts mit dem BUND zu tun!
Alleine in memoriam schlackern mir nicht nur die Ohren – mir bleibt die Spucke weg. Doch nicht nur das. Auch jeder noch so kleine Grundansatz von höflicher Schleimerei hat hier sein End.
Und i c h Vollidiotin habe in einem Anfall von sentimental-naivem Grünen-Romantizismus dieses Halb-Monster eines Fraktionsvorsitzenden anno dings im ersten Wahldurchgang zum Oberbürgermeister gewählt !!! Und warum??? Weil ich mich dazu überredet habe, es irgendwie witzig zu finden, wie er mit Pia Beckmann rumgeflirtet hat!! (Da kam eben nur „la Belle“ raus, aber noch nicht „la Bête“!) Und weil die Main Post und die (angeheuerten??) BesucherInnen dieser unsäglichen Ringkämpfe vor den Wahlen immer so bescheuerte Fragen stellen!! Und bis man selber mal Fragen stellen könnte, geschweige denn „aussagekräftige“ Repliken erhalten würde, sind doch die Fliegen-Pilze allesamt abgeflattert und auf und davon! Ja – und da wundert Ihr Euch noch über die stetig sinkende Wahlbeteiligung?! Ja, lieber Gott, bei einer solchen totenbleich getupften Auswahl mit hochrotem Kopf – und das ist ja kein Einzelfall! – , da kann man doch nicht wählen, da kann man nur noch die Hände überm Kopf zusammenschlagen!!
A propos, Herr Grünwedel, Stadtrat der Linkspartei, der Fliegenwedel heißen könnte, hat sich heute, am heiligen Karfreitag, sicher wieder mit fettem Lachen sein traditionelles Schweineschnitzel die Gurgel hinuntergejagt, um die katholische Kirche zu ärgern.
Ich weiß nicht, Ihr gift- bis flaschenGRÜNEN, was Ihr heute getan habt, um einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten, aber noch ist ein Tag Zeit, der Karsamstag nämlich, um in Euch zu gehen und Buße zu tun, damit an diesem alljährlich wiederkehrenden beschissenen Fest der Pseudo-Auferstehung nicht noch mehr Leute in Depressionen versinken oder der nächste Amokläufer mit den Hufen scharrt.
Nein, Jesus war kein Amokläufer. Aber allmählich frage ich mich: Warum eigentlich nicht? Wo sein Alter doch tabula rasa gemacht und nur den Noah übriggelassen hat? Da heißt es immer: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Von wegen. Wobei dies nicht als mißtrauische Begrüßung der nachrückenden Stamm-Tochter und wehmütige Verabschiedung von Barbara Rütting aufgefaßt werden sollte.
Aber komisch ist es schon: Kaum solidarisiert sich jemand mit den Falschen, schon ist er weg vom Fenster.
Die Frage ist nur: Brauchen wir Fenster in einer Welt der einstürzenden Neubauten?
Nein. Wir brauchen endlich Bänke(r) zum Draufknieen!
Es grüßt der Osterhaase – der auch weg vom Fenster ist: Ein Hoffnungsschimmer?
Nein, noch nicht. Um es mit Jacques Rivière zu sagen:
„ICH WILL DIE ANTWORT.“
Nicht von Gott. Von EUCH.
Heike Pauline Grauf
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Heike Pauline Grauf M.A.
Ganzheitliche Kämpferin für Tier- und Menschenrechte
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